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Für 5 Mark ab ins Versuchslabor


Der vertuschte Skandal.
Von Harvey T. Rowe



Von Harvey T. Rowe
Auf der Titelseite stand folgendes:
Jährlich werden bis 150 000 Hauskatzen in Forschungslabors zu Tode gefoltert. Wenn diese Institute diese Tiere züchten müssten, kostete jede Katze 250 DM. Das ist zu teuer für diese Massenschlächterei. Deshalb lassen skrupellose Tierhändler Katzen stehlen. Skandalös, wer sich alles an diesem schmutzigem Geschäft beteiligt.



Der Report handelt von einem Mann Dr. Steiner, dessen zwei Katzen spurlos verschwanden und der sich besorgt auf die Suche machte. Die Polizei in Bad Aibling riet ihm beim Veterinäramt in München nachzufragen. Dort bekommt er die Adresse einer Tierfarm im Raum Rosenheim, die würden Versuchsanstalten mit Katzen beliefern.
Der Mann sucht diese Tierfarm auf, findet dort keine Katzen vor, bekommt aber dort wiederum neue Adressen von Händlern. Schliesslich klappert er die Kunden der Händler ab, besucht die Institute in München.
Im Pharmakologischen Institut zeigte man ihm bereitwillig die Käfige, in denen die Tiere gehalten wurden.
„Der Leiter des Instituts Professor Dr. Wolfgang Felix zu „Bunte“:“ Wir benötigen die Tiere zu Kreislaufversuchen. Sie werden narkotisiert und wachen nicht mehr auf.“
Und er versichert:“ Wir haben Bescheinigungen von den Händlern, dass die Tiere ehrlich erworben wurden. Ich kann mir absolut nicht vorstellen, das es sich um gestohlene Katzen handelt.“ Nicht überall ist man so ahnungslos. In der zentralen Versuchstieranlage der Universität Heidelberg, wo man im Jahr etwa 1000 Hauskatzen „verbraucht“, erklärte man Dr. Steiner:“ Wir sind uns darüber im Klaren, das diese Tiere aus dunklen Kanälen stammen. Und auch im Münchner Max-Planck-Institut für Psychiatrie machte man sich keine Illusionen, dass die meisten Tiere ihren Besitzern entwendet wurden und dann an die Versuchstierhändler verkauft worden waren...“


 
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